Die Seeforelle

Die Seeforelle ist streng genommen auch eine Bachforelle, nur dass sie im See lebt. So sind deren wissenschaftliche Namen ( Salmo trutta) ident; eine Zeit lang hat man noch den Anhang forma lacustris (Seeform) mitgeführt. Seeforellen leben also den größten Teil ihres Lebens im See. Durch diese Lebensweise verlieren sie die typischen roten Tupfen der Bachforellen und mit der Zeit werden sie silbrig mit schwarzen Tupfen, meist in Kreuzform.Zum Laichen wandern die Seeforellen aus dem See in Zu- oder Abflüsse und schlagen dort, wie alle Lachsartigen, ihre Laichgruben. Die jungen Seeforellen können vom Bachforellennachwuchs nur schwer unterschieden werden.

Generell bleiben sie ein bis drei Jahre im Bach und wandern erst dann in den See ab, um zu echten Seeforellen zu werden und kommen später als Ausgewachsene zurück an den Ort ihrer Geburt. Aber auch im See, dort wo die Bäche Schotter in den See verfrachten oder unterirdisch Quellwasser austritt, laichen Seeforellen. Diese Seelaichplätze haben ihre Funktion aber leider großteils verloren; andere Fische machen „Jagd“ auf die abgelaichten Forelleneier und so kommt kaum ein Jungfisch davon.

 

Im See lebt die Seeforelle räuberisch und jagt alle Seefische, die klein genug sind, um gefressen zu werden. Im Weißensee war die Seeforelle ursprünglich der einzige natürlich vorkommende Raubfisch, Hecht und Barsch konnten sich erst später, als sie vom Menschen besetzt wurden ausbreiten.

 

Heute wird im Weißensee wieder viel getan für die „Weißenseeforelle“; es läuft ein umfangreiches Aufzuchtprogramm unter Federführung von Fischmeister Mag. Martin Müller und die Bestände erholen sich langsam wieder. Auch im Millstätter See waren große Seeforellen einst die Hauptbeute der Berufsfischerei. Die Geschichte der „Loxn“, wie sie früher auch genannt wurden, ist im Fischereimuseum in Seeboden gut dokumentiert. Die heute häufig vorkommenden Raubfische wie Wels und Zander sind erst durch Besatzmaßnahmen in den Millstätter See gekommen, der Hecht war wahrscheinlich schon immer im See präsent. Neben dem gehäuften Vorkommen anderer Räuber sind auch die enormen Dichten an Renken, die die Seelaichplätze der Forellen plündern und das Verschwinden des ehemals massenhaft vorkommenden Hauptbeutefisches der Forellen - den Lauben - als Gründe für die triste Situation der Seeforellen im Millstätter See zu nennen.

 

Der Revierverband hofft, sich zukünftig wieder verstärkt für diesen eleganten und typischen Raubfisch im Millstätter See einsetzen zu können.